Es sind sehr traurige Tage für den Balver Fußball: Im Alter von 66 Jahren verstarb mit Jürgen „Jülle“ Jäkel einer der herausragendsten Kicker der Hönnestadt der vergangenen Jahrzehnte. Wenn man in Balve und auch über die Grenzen seiner Heimatstadt von Jürgen Jäkel sprach, hieß es immer wieder: „Der Ball war sein Freund!“ Eine Aussage, die deutlich machte, dass viele Hönnestädter den feinen Techniker für sein fußballerisches Geschick schon bewunderten.
Deshalb war es kaum zu verstehen, dass der Verstorbene eigentlich den Klubs seiner Heimatstadt Balve die Treue hielt. So seinem Stammverein VfK Balve und später dann der SG Balve/Garbeck. Zwar gab es auch mal Zeiten beim TuS Langenholthausen, doch irgendwie war die Verbindung zum Balver Krumpaul immer enger als zum Düsterloh in „LA“.
Er nahm den Fußball von der lockeren Seite. Das Spiel mit dem Ball sollte einfach nur Spaß machen. Ein Beispiel für seine besondere Einstellung zum Fußball ist sicherlich auch jene Geschichte vor rund drei Jahrzehnten, als die Traditionsmannschaft von Schalke 04 auf der Beckumer Hinsel gegen eine Balver Stadtauswahl spielte. Zu der gehörte natürlich Jürgen Jäkel. Gegenspieler des Balvers war in jenem Spiel Matthias Herget. Immerhin trug der Schalker 55 Mal das DFB-Trikot und gehörte 1986 zum WM-Aufgebot in Mexiko. Doch dem guten „Jülle“ war der prominente Kontrahent eigentlich egal. Mal stoppte Jäkel die Kugel mit der Brust, dann tunnelte er den einstigen Nationalspieler.
Herget war sichtlich beeindruckt von den fußballerischen Fähigkeiten des Balvers und fragte: „Du hast doch sicherlich höher gespielt!“ Die kurze Antwort Jäkels war: „In Winterberg“, erinnerte er sich an ein Gastspiel im Wintersportort. Der Trainingseifer von Jürgen Jäkel war sicherlich ein weiterer Grund, warum es mit dem Sprung auf höhere Bühnen nichts wurde. „Training kommt doch aus dem Englischen und heißt üben. Und üben müssen nur diejenigen, die ihre Probleme mit dem Fußball haben“, lautete seine schlüssige Erklärung.
Mit der gleichen Schlitzohrigkeit trieb er die Gegner auf dem Fußballplatz oft zur Verzweiflung. Doch eine tückische Krankheit riss ihn jetzt aus dem Leben. Eines bleibt aber sicher – Jürgen Jäkel wird weiter einen Stammplatz in der Balver Fußballfamilie haben. Die match-day.de-Redaktion trauert mit seiner Mutter und den Fußballfreunden der Hönnestadt um einen Fußballer und Menschen.


